Aachener Nachrichten vom: 07. November 2018:

 

Zwischen Arbeit und Ruhestand:Großes Interesse an Netzwerkgründung „Zwar“ in Roetgen

 

ROETGEN Die „Generation 55 plus“ will auch in Roetgen und Rott aktiv die Zukunft mitgestalten – vielseitig und bunt, aber locker.

 Es sei klasse, dass mit diesem ersten „Zwar“-Projekt in unserem Raum Kirche und Kommune gemeinsam auf das demografische Thema Altersstrukturwandel reagieren und ganz konkret einen Rahmen dafür anbieten, wie junge Senioren zwischen 55 und 70 Jahren gemeinsam und selbstorganisiert und -bestimmt ihr Alter gestalten können, sich gegenseitig und andere stützen und somit auch Nachbarschaft stärken und beleben.

 

Dieses Fazit zog Margit Umbach (Caritasverband für das Bistum Aachen) zur „Zwar“-Netzwerkgründung in Roetgen. „Generation 55 plus wird aktiv“, die Weichen in diese Richtung wurden im Bürgersaal gestellt.Rund 90 interessierte Bürger fanden sich ein, um Möglichkeiten zwischen Arbeit und Ruhestand zu erfahren.

Die Anregung zur Gründung entstand aus dem Sozialraumprojekt Caritas der Gemeinde, das vom Diözesan-Caritasverband in der Katholischen Kirche an der Himmelsleiter (GdG Kornelimünster/Roetgen) mit dem Auftrag angesiedelt ist, Nachbarschaft vor Ort zu stärken und gemeinsam mit allen Menschen vor Ort – egal, ob kirchlich gebunden, gläubig oder nicht – tragfähige Netzwerke aufzubauen, die die Lebensqualität verbessern und mehr „Miteinander“ ermöglichen sollen.

„Zwar“ steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“, dahinter verbirgt sich ein seit 35 Jahren bestehendes Netzwerk. Ziel ist es, Kommunen bei der Quartiersentwicklung zu unterstützen. Kooperationspartner beim Netzwerk Roetgen-Rott sind die Gemeinde Roetgen, die katholische Kirche an der Himmelsleiter und die „Zwar“-Zentralstelle Dortmund.

Margit Umbach, Fachreferentin im Projekt „Caritas der Gemeinde“ in der GdG Kornelimünster-Roetgen, sagte, dass es einen Vorstand oder ein Führungsteam nicht geben werde. Dafür treffe sich die neu entstehende Basisgruppe mit ihr als Netzwerkbegleitung regelmäßig zweimal im Monat bis zu einem Jahr oder auch so lange, bis die Gruppe laufe und sich gefunden habe. Erst einmal gehe es darum, sich kennenzulernen und gemeinsam Themenschwerpunkte zu finden.

Die Teilnehmer aus der Gruppe suchen sich Leute mit ähnlichen Interessen, organisieren sich untereinander diesbezüglich selbst. Austausch finde jeweils in der Basisgruppe statt. „Zwar“ sei eine Ergänzung und Bereicherung für die Gemeinde, betonte Bürgermeister Jorma Klauss bei der Begrüßung. Er zeigte sich erfreut über die große Teilnahme, denn: „Wir haben heute hier was vor“, sagte er. Christine Sendes von der „Zwar“-Zentralstelle NRW: „Sie werden heute mit klaren Ideen nach Hause gehen.“ Es gehe um Aufgaben der Veränderung, um neue Betätigungsfelder und die Frage „Was soll denn da noch kommen?“

Seit den 1970er Jahren habe sich vieles verändert, es gebe eine Neuorientierung, ein Leben im Quartier. „Zwar“ sei auch eine Strategie für Kommunen mit Zukunft. Für das Leitungsteam St. Hubertus und St. Antonius Roetgen und Rott hob Dr. Marion Behrend-Höhne hervor, dass es keine kirchliche Veranstaltung sei, aber gerade im kirchlichen Bereich gebe es zahlreiche Möglichkeiten einer Betätigung. „Wir sind für sie da“, lud sie ein.

Über langjährige Erfahrungen mit „Zwar“ in Mönchengladbach wussten Werner Kohn und Brigitta Kanera zu berichten. 2011 habe man ähnlich, wie jetzt in Roetgen, angefangen. „Es hat sich viel bewegt“, so Kohn. Beispielsweise bei den Themen wie Theater, Fremdsprache, Singen, Wandern. „Alles muss erst einmal wachsen“, gab er zu verstehen. Erfreulich wertete er, dass viele neue Kontakte geknüpft worden und Freundschaften entstanden seien. Christine Sendes versprach, es werde alles „locker bleiben“. Wichtig sei am Ende die Basisgruppe. Was in Dortmund und in Mönchengladbach auf den Weg gebracht wurde, soll nun auch in Roetgen/Rott funktionieren und Fuß fassen.

Das erste Treffen ließ Zuversicht aufkommen. In vier Gruppen aufgeteilt, wurden Fragen gestellt und Antworten darauf festgehalten: 1. Was hat sich seit dem Eintritt in den Ruhestand beziehungsweise seit Beendigung der Familienphase geändert? Welche Erwartungen habe ich an den Ruhestand? 2. Welche Träume, Wünsche, Ideen sind auf der Strecke geblieben? 3. Was möchten Sie gemeinsam mit anderen in der neuen Gruppe tun, erleben?

Margit Umbach war mit dem Verlauf des Gründungstreffens sehr zufrieden. Der gute Besuch habe deutlich gemacht, dass Bedarf gegeben ist.

INFO

„Zwar“-Basisgruppe Roetgen/Rott

Alle 14 Tage (jeden ersten und dritten Montag im Monat) wird zu einem Treffen eingeladen, das erste findet am Montag, 19. November, von 18 bis 20 Uhr, im Pfarrheim St. Hubertus, Roetgen, Hauptstraße 64, statt. Weitere dann am 3. und 17. Dezember sowie 7. und 21. Januar 2019.

„Zwar“-Begleitung Margit Umbach informiert gerne unter Tel. 02408/5994127 oder E-Mail an margit.umbach@himmelsleiter.de. Weitere Informationen finden Interessierte auch im Internet unter www.zwar.org.

Kontakt

Margit Umbach ,

Tel. 02408/5994127

E-Mail an margit.umbach@himmelsleiter.de

oder zwar-roetgen@web.de

 

Regelmäßige Treffen

Jeden  1.  und  3.  Montag  im  Monat  um 18 Uhr im Pfarrheim Roetgen